… lesen – Der Junge bekommt das Gute zuletzt

Dass ich ein Fan von den Büchern Dirk Stermanns bin, habe ich bereits in meiner Vorstellung von Stoß im Himmel erwähnt. So musste natürlich auch Der Junge bekommt das Gute zuletzt gelesen werden. Mit der Geschichte von Claude schaffte es Dirk Stermann mich zu Tränen zu rühren.

Das Buch handelt von der Geschichte des dreizehnjährigen Claude, der gemeinsam mit seinen Eltern und seinem Bruder in Wien wohnt. Eines Tages lassen sich die Eltern scheiden und ziehen eine Wand in der Wohnung ein. Claude lebt mit seinem Vater auf der einen Seite, sein Bruder Broni mit der Mutter und ihrem neuen Freund auf der anderen. Die Mutter bricht den Kontakt zu Claude ab, auch sein Bruder darf nicht mit ihm sprechen – so sei es am besten. Da sich auch Claudes Vater nicht wirklich um ihn kümmert, findet der Dreizehnjährige in Taxifahrer Dirko, der ebenfalls im selben Haus wohnt, einen Freund. Fortan begleitet man Claude durch sein Leben. Er wechselt die Schule, sein Vater zieht nach Linz und lässt ihn in Wien zurück, besorgt ihm aber chinesische Mitbewohner, die die Wohnung kurzerhand in einen Friseursalon umwandeln und vieles mehr. In seiner Schulkollegin Minako findet Claude schließlich seine große Liebe.

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(c) Rowohlt

Titel: Der Junge bekommt das Gute zuletzt – Autor: Dirk Stermann – Erscheinungsjahr: 2016
Verlag: Rowohlt – Seiten: 224

Das hört sich traurig an? Ist es auch! Schon nach kurzer Zeit hat man solches Mitleid mit Claude, dass man ihn am liebsten in die Arme nehmen würde. Dirk Stermann schafft es in seiner Geschichte aber auch den Humor nicht zu kurz kommen zu lassen. Vor allem in den Gesprächen zwischen Claude und Dirko fühlt man sich an 6 Österreicher unter den ersten 5 und Stoß im Himmel erinnert. Der Grundtenor des Buchs bleibt aber traurig. Als wäre die Scheidung seiner Eltern und der Auszug seines Vaters noch nicht genug, treffen Claude noch weitere Schicksalsschläge. Immer, wenn man denkt, „So, schlimmer kann es nicht mehr werden“, wartet schon die nächste Hiobsbotschaft auf Claude, dem man sich zu diesem Zeitpunkt schon so verbunden fühlt, dass man einfach nicht anders kann als mit ihm zu fühlen (inklusive der einen oder anderen Träne).

Der Junge bekommt das Gute zuletzt ist eines meiner Lesehighlights des vergangenen Jahres! Bei diesem Buch muss man zugleich lachen und weinen. Am Ende des Buchs kann man nur hoffen, dass die Geschichte eine Geschichte bleibt und kein Kind ein solches Schicksal wie Claude erleben muss. Absolute Leseempfehlung!

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